MODERNE BEHANDLUNG BEI PROSTATAKREBS
Mini-Implantate erzielen gleiche Heilungsergebnisse wie Radikaloperation.
Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Über 33.000 Männer werden in Deutschland jedes Jahr mit der Diagnose neu konfrontiert. Durch gezielte Vorsorgeuntersuchungen, insbesondere durch den so genannten PSA-Test, können heute in über 70% der Fälle Frühstadien der Erkrankung entdeckt und die Betroffenen durch eine geeignete Therapie geheilt werden. Leider nehmen bislang nur etwa 17% der Männer an der Vorsorge teil.
Zur Therapie des Prostatakrebses wird in Deutschland in den meisten Fällen noch die radikale Prostataentfernung eingesetzt. Bei diesem großen chirurgischen Eingriff sind in der Regel 10 bis 14 Tage Krankenhausaufenthalt und anschließende Reha-Maßnahmen erforderlich. Zudem beklagen zwischen 10 und 35% aller Patienten Probleme beim Wasserhalten (Harninkontinenz) und die Mehrzahl (70-90%) der Betroffenen Erektionsstörungen (Impotenz).
Beim diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie in Wiesbaden wurde erneut bestätigt, was in Fachkreisen bereits unbestritten ist: mit modernen Formen der Strahlentherapie können ohne Entfernung des Organs mindestens gleiche Heilungsraten erzielt werden.
Besonders hat sich in den letzten Jahren die sogenannte Brachytherapie (Seedimplantation) als Standardverfahren etabliert, so dass derzeit in den USA bereits mehr Patienten mit dieser Therapie behandelt werden als mittels Radikaloperation.
Bei diesem modernen Verfahren der Strahlentherapie werden radioaktive Mini-Implantate (Seeds = engl. Samenkörner) in die Prostata implantiert. Der einmalige, 60- bis 90-minütige Eingriff kann ambulant durchgeführt werden und hat im Vergleich zur Radikaloperation deutlich weniger Nebenwirkungen. Die Harninkontinenzrate beträgt 0-2%, die Impotenzrate 10-30% nach 4 bis 6 Jahren.
Mit dem Zusammenschluss der Urologischen, Strahlentherapeutischen und Radiologisch-Nuklearmedizinischen Abteilungen der Klinik am Ring in Köln, ist aktuell das Westdeutsche Prostatazentrum entstanden. Hier werden derzeit europaweit mit die meisten Seedimplantationen durchgeführt. Daneben werden auch andere Formen der Brachytherapie (HDR-Afterloading) und Behandlungen gutartiger Prostataerkrankungen vorgenommen. Weitere sachliche Informationen erhalten Sie unter 0221-92424-470.






